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DRK-Helfer bangen um die Zukunft ihres Ortsvereins

Seit zehn Monaten sind die Vorstandsämter in Hohenbostel unbesetzt / Barsinghäuser bieten Fusion an / Noch keine Entscheidung der DRK-Region
Von Frank Hermann /  Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) Barsinghausen/Wennigsen
Hohenbostel. Hat der DRK-Ortsverein Hohenbostel-Bördedörfer noch eine Zukunft? Seit zehn Monaten muss der Verein ohne amtierenden Vorstand auskommen, weil sich bei den Neuwahlen im Februar keine Kandidaten zur Verfügung stellten. Zwar zeigt der benachbarte Ortsverein Barsinghausen sein Interesse an einer Fusion mit den Bördedörfern, aber das übergeordnete DRK Region Hannover schiebt eine Entscheidung vor sich her. Immerhin gewährleisten ehrenamtliche Helfer bislang einen Fortbestand der Gruppenarbeit und der Blutspenden – trotz der unbesetzten Vorstandsämter.

Annegret Ronschke leitete 21 Jahre lang das Rote Kreuz in Hohenbostel, bis zu ihrem Rückzug im Jahr 2013. Damals übernahm ein vierköpfiges Vorstandsteam die Leitung des Ortsvereins. Sechs Jahre später gab auch dieses Team die Verantwortung zurück und verzichtete im Februar 2019 auf eine Wiederwahl. Andere Bewerber stellten sich ebenfalls nicht zur Wahl.

„Ohne funktionierenden Vorstand steht das Rote Kreuz in den Bördedörfern vor dem Aus. Ich habe Angst um meinen alten Ortsverein, denn seit den gescheiterten Neuwahlen hat sich die Situation nicht verbessert“, sagt Ronschke, die mittlerweile dem Ortsverein Barsinghausen angehört und den DRK-Stadtverband leitet. „Aber mein Herz hängt immer noch an Hohenbostel, die 21 Jahre als Vorsitzende lassen sich nicht einfach beiseiteschieben.“

Um eine Auflösung des Roten Kreuzes in den Bördedörfern zu verhindern, hat der Ortsverein Barsinghausen mit seinem Vorsitzenden Patrick Ploberger laut Ronschke schon vor mehreren Monaten eine Fusion angeboten. Dazu müsste das DRK auf Regionsebene seine Zustimmung geben. Allerdings steht dieser Beschluss aus. „Es herrscht Stillstand, obwohl die DRK-Mitglieder in den Bördedörfern auf eine Lösung warten“, sagt Ronschke.

Regions-DRK prüft Optionen

Nach Angaben von Rainer Müller, Leiter der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim DRK Region Hannover, werden im Moment verschiedene Optionen geprüft. „Leider hat sich dazu noch nichts Neues ergeben“, heißt es in einer Stellungnahme. Das Regions-DRK schätze es jedoch sehr, „dass die Mitglieder weiterhin das Rote Kreuz vor Ort engagiert unterstützen“.
Auch ohne Vorstand geht die Arbeit in den verschiedenen DRK-Gruppen weiter – zum Beispiel beim wöchentlichen Seniorentreffen jeden Mittwochnachmittag im Gemeindesaal. „Da kommen im Schnitt immer rund 20 Senioren im Alter von 70 bis 93 Jahren zum Kaffeetrinken, zu Gedächtnisspielen und natürlich zum Plaudern“, sagt Leiterin Heidi Brückweh.

Helfer sind enttäuscht

Allerdings befürchteten die Senioren auch, dass sich die Gruppe wegen der Vorstandsmisere bald auflösen muss. Ähnliches gelte für die Bastel- und die Yogagruppen des Roten Kreuzes. Viele Helfer seien enttäuscht, weil ein Fortbestand des Ortsvereins immer noch nicht gesichert sei. „Die Leute sind frustriert und sauer, das muss man schon so festhalten“, sagt die ehemalige Schatzmeisterin Regina Kalter, die trotz dieser Enttäuschung weiterhin zum Helferteam bei den DRK-Blutspenden gehört.
In Kooperation mit Annegret Ronschke und mit dem Blutspendedienst in Springe organisierten rund 15 Helfer im Jahr 2019 drei Blutspendetermine mit jeweils rund 60 Teilnehmern in der Wilhelm-Busch-Schule. Der erste Termin für 2020 steht am 14. Februar von 16 bis 19.30 Uhr auf dem DRK-Programm in Hohenbostel. „Wir stehen weiterhin zu unserem Hilfsangebot“, sagt Kalter.

Quellenangabe: Barsinghausen/Wennigsen vom 28.12.2019, Seite 1